SCHWEINE
Die Überhänge an schlachtreifen Schweinen bauen sich infolge der Corona bedingt eingeschränkten Schlachtungen nur langsam ab. Im Fleischhandel trifft ein geringeres Aufkommen an Fleisch auf eine stabile bis belebte Nachfrage. Tendenz: stabil (AMI)

FERKEL
Der Ferkelmarkt präsentiert sich überwiegend ausgeglichen. Ein normales Angebot trifft auf eine stabile Nachfrage. Regional sind nicht vertragsgebundene kleinere Partien schwach nachgefragt. Die meisten Ferkel finden problemlos ihre Abnehmer. Störend wirkt, dass Stallplätze regional noch nicht frei sind, da die Abnahme von schlachtreifen Mastschweinen stockt. Tendenz: stabil (AMI)

RINDER
Im Handel mit Schlachtrindern steht wie üblich im Sommer ein kleines Angebot einer verhaltenen Nachfrage seitens der Schlachtereien gegenüber. Oft reichen die geringen Stückzahlen nicht aus, um den Bedarf der Schlachtereien zu decken. Die Rindfleischnachfrage fokussiert sich auf Kurzbratartikel zum Grillen, sowie auf Hackfleisch. Tendenz: Jungbullen fester, Schlachtkühe leicht steigend (AMI)

KÄLBER
Die Nachfrage nach schwarzbunten Nutzkälbern ist wie für diese Jahreszeit typisch verhalten. Vonseiten der Mäster werden Preisrücknahmen erwartet und geräumte Stallkapazitäten werden nur zögerlich belegt. Viele Landwirte sind derzeit mit den Erntearbeiten beschäftigt und schieben die Kälberbestellungen hinaus. Tendenz: leicht schwächer (AMI)

GETREIDE
Das regional noch sehr heterogene Angebot aus der laufenden Ernte ließ bislang keine eindeutige Preistendenz zu. Aber unterschwellig werden sich wohl schwächere Preise durchsetzen. Dort, wo die Weizenernte noch nicht gestartet ist, müssen die Verarbeiter bei kurzfristigem Bedarf auf alterntige Partien zurückgreifen und die Prämien bewilligen. Eine überregionale Vermarktung zeigt sich vorerst nur bei Futtergerste, die jetzt reger in Richtung der westdeutschen Veredelungsregionen geliefert wird. Aber vorerst nur auf Kontrakt, sodass Neugeschäfte so gut wie gar nicht stattfinden. Tendenz Brotweizen: schwächer (AMI)

FUTTERMITTEL
Einige der großen Mischfutterhersteller waren aktiv und kauften Rapsschrot ein, loko prompt, um die Versorgung für die kommenden Wochen sicherzustellen, aber auch auf Termin. Diese Nachfragewelle war aber nur von kurzer Dauer. Viele der großen Einkäufer haben sich erst einmal wieder vom Markt zurückgezogen, was die Preise unter Druck setzt. Die Sojaschrotpreise folgen den festeren Vorgaben aus Chicago, sie könnten nun aber ebenfalls unter Druck geraten. Tendenz: schwächer (AMI)

RAPS
Obwohl die Rapspreise in Deutschland gestiegen sind und die Niveaus vergangener Jahre übertreffen, halten sich die Erzeuger mit dem Verkauf neuerntiger Mengen nach wie vor zurück. Sie spekulieren auf weitere Preissteigerungen, gerade auch vor dem Hintergrund einer erneut unterdurchschnittlichen deutschen sowie geringen Ernte in der EU. Tendenz: fester (AMI)

KARTOFFELN
Speisefrühkartoffeln gibt es Ende Juli aus fast allen Regionen Deutschlands, sodass der übergebietliche Versand spürbarer zurückgeht. Regional sorgt das für Angebots- und Preisdruck. Gegenüber der Vorwoche sind die Erzeugerpreise im Durchschnitt etwa um 4 EUR/dt gesunken. Der geringe Knollenansatz erfordert eine frühzeitige Reifeförderung zur Begrenzung des Dickenwachstums mit Auswirkung auf Vermarktungstermin und Erträge. Frittenrohstoff hat außerhalb von Verträgen kaum Abnehmer und wird in Westeuropa mit 3 EUR/dt bewertet. Tendenz: schwächer (AMI)

MILCH
Das Milchaufkommen in Deutschland war Mitte Juli erneut rückläufig und bewegte sich nahezu auf der Vorjahreslinie. Die Abrufe von Formbutter sind kurz vor dem Monatsende trotz der Urlaubszeit stabil, bei Blockbutter ist die Kaufbereitschaft gedämpft. Am Käsemarkt halten sich Angebot und Nachfrage die Waage. Der Pulvermarkt präsentiert sich überwiegend ruhig. Tendenz: uneinheitlich (AMI)

BIOMILCH
Die Nachfrage nach Biomilch und -milchprodukten in Deutschland ist nach wie vor groß. Die durch den Coronavirus zusätzlich höheren Einkäufe der privaten Haushalte übersteigen die Mengenzuwächse der Inlandsproduktion deutlich. Das dritte trockene Jahr in Folge dürfte in einigen Regionen Deutschlands das Biomilchaufkommen reduziert haben. In den ersten fünf Monaten 2020 stieg das deutsche Milchaufkommen um 4 %. Tendenz: stabil (AMI)

BUTTER
Ein Sommerloch bleibt bei der gepackten Butter im 250 g-Riegel in diesem Jahr aus. Die Abrufe aus dem Lebensmitteleinzelhandel sind sehr gut. Einige Mengen werden über Aktionen generiert. Der Bereich Frische zieht ebenfalls viel Fett in Form von Sahne. Dies stabilisiert auch den Buttermarkt. Die Notierung blieb unverändert. Bei den Blöcken im 25 kg-Karton finden aktuell weniger Geschäfte statt. Die Preise tendieren unverändert. Anfragen auf spätere Termine sind wohl vorhanden, eine Abschlussbereitschaft ist noch nicht zu spüren. (Quelle: Marktbericht der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse vom 29.07.2020)

SCHNITTKÄSE
Der Bereich Schnittkäse läuft sehr gut, besser als so mancher Marktbeteiligte gedacht beziehungsweise erwartet hätte. Bestände können kaum aufgebaut werden. Absätze in den Lebensmitteleinzelhandel, Food-Service und in den Export laufen sehr zufriedenstellend. Etwas Verunsicherung ist dennoch zu spüren. Die Verwertung über Käse hinkt nach wie vor anderen Verwertungsschienen hinterher. Bevorstehende Verhandlungen über neue Kontrakte gestalten sich etwas schwieriger. Die weltweiten Geschehnisse in Bezug auf Corona und deren Auswirkungen mit den Befürchtungen einer zweiten Welle sind weiterhin zu spüren. (Quelle: Marktbericht der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse vom 29.07.2020)