SCHWEINE
Die Märkte für Schlachtschweine weisen europaweit schwächere Tendenzen auf. Durch den stockenden Fleischhandel kommt es zu Absatzproblemen. Obwohl das Angebot in Deutschland eher unterdurchschnittlich ausfällt, gestaltet sich die Vermarktung häufig schwierig. Trotz der deutlichen Preisabschläge in der vergangenen Woche herrscht Unsicherheit über eine weitere Anpassung nach unten. Tendenz: stabil bis schwach (AMI)

BIOSCHWEINE
Das Angebot an Bio-Schweinen wird zunehmend knapper, es ist kaum noch gestiegen. Gleichzeitig hat die Nachfrage durch den höheren Bedarf der Haushalte infolge der Coronakrise weiter deutlich zugelegt. Verbandsware ist dabei stärker gefragt, immer mehr Verarbeiter weichen jedoch auf EU-Bio-Ware aus. Erste Unternehmen haben Preisanhebungen angekündigt, bei den meisten bleibt der Preis hingegen stabil. Tendenz: stabil bis leicht fester (AMI)

FERKEL
Die angebotenen Stückzahlen an Ferkeln werden in Deutschland überwiegend als durchschnittlich beschrieben. Aufgrund des deutlichen Preisrückganges bei den Schlachtschweinen werden vonseiten der Mäster allerdings größere Preisnachlässe bei den Ferkeln gefordert. Zugleich dürfte die allgemein ruhige Marktlage in den kommenden Wochen weiter Bestand haben, eine Belebung des Handels ist aktuell nicht zu erwarten. Tendenz: fallend (AMI)

RINDER
Die Nachfrage nach Schlachtrindern wird weiterhin als überwiegend ruhig beschrieben, der schwierige Fleischmarkt bereitet Probleme. Obwohl das Angebot an Schlachttieren zumeist klein ausfällt, reichen die Mengen dennoch aus. Regional erhöhen die Schlachtunternehmen wieder den Druck auf die Preise, die deutlichen Abschläge der vergangenen Wochen gehören vorerst jedoch der Vergangenheit an. Tendenz: Jungbullen leicht schwächer, Schlachtkühe stabil bis leicht schwächer (AMI)

KÄLBER
Zwar ist die Einstallbereitschaft im Handel mit schwarzbunten Nutzkälbern nach wie vor verhalten, doch aufgrund des geringen Angebotes gleichen sich die Marktverhältnisse mehr und mehr an. Daher können sich die Preise mittlerweile auf dem sehr niedrigen Niveau stabilisieren. Einzig im Bereich der leichten Tiere kommt es weiterhin zu Preiszugeständnissen. Tendenz: behauptet (AMI)

GETREIDE
Die Angst vor einem weiteren Dürrejahr ist derzeit das bestimmende Thema im landwirtschaftlichen Sektor. In diesem Umfeld sind trotz attraktiver Weizenpreise für die kommende Ernte kaum Vertragsabschlüsse möglich. Geprägt durch die Vorjahre will kein Erzeuger verkaufen, was er nicht liefern kann. Daher sind nennenswerte Neuabschlüsse mit Weizen der alten und der kommenden Ernte die Ausnahme. Tendenz Brotweizen: schwächer (AMI)

FUTTERMITTEL
Am Sojaschrotmarkt bestimmt die Sorge um einen möglichen Nachfragerückgang aus der Mischfutterindustrie das Bild. Nach den Hamsterkäufen der Mischfutterhersteller vor drei Wochen hat deren Kaufinteresse spürbar nachgelassen. Am Rapsschrotmarkt halten sich Angebot und Nachfrage für Ware zur Lieferung im Zeitraum Mai bis Juli in der Waage. Für spätere Liefertermine bieten die Ölmühlen kaum Ware an und die Käufer warten auf Preisnachlässe. Tendenz: Sojaschrot schwächer, Rapsschrot stabil (AMI)

RAPS
Die Rapserzeuger bleiben dem Markt weiterhin nahezu fern. Die Ernte 2019 ist längst vermarktet, mittlerweile sind nicht einmal mehr Restmengen zu finden. Gleichzeitig sind die Ölmühlen bis zum Saisonende 2019/20 gut versorgt. Mit Kontrakten ex Ernte 2020 finden derzeit ebenfalls so gut wie keine Geschäfte statt. Aufgrund der Trockenheit, den Frostschäden und dem Schädlingsbefall sind die Rapserzeuger in Deutschland in Sorge um die Rapsernte 2020 und halten sich mit Offerten zurück. (AMI)

KARTOFFELN
Zuletzt war die Nachfrage nach Speisekartoffeln erneut relativ rege. Diese Entwicklung dürfte sich in dieser Woche aufgrund des Feiertags, fortsetzen. Die Vorräte werden zügig geräumt und Umstellungen auf Frühkartoffeln vorbereitet und teilweise auch umgesetzt. Nach wie vor zeigt sich der Markt für freie Pommes frites Kartoffeln sehr schwach, denn der Lebensmitteleinzelhandel ordert nur wenig Ware. Vereinzelte Aktionen dürften wohl die Ausnahme darstellen. Tendenz: stabil (AMI)

MILCH
Mitte April hat sich der saisonal bedingte Anstieg des Milchaufkommens in Deutschland fortgesetzt. Dabei wurde die Vorjahreslinie weiter übertroffen. An den Rohstoffmärkten führt ein umfangreiches Angebot, gepaart mit einer ruhigen Nachfrage zu schwächeren Preistendenzen. Bei Blockbutter und Käse zeichnet sich derweil eine Stabilisierung der Preise ab. Gleichzeitig scheint die Abwärtsspirale der Preise für Milch- und Molkenpulver vorerst zum Stillstand gekommen zu sein. Tendenz: uneinheitlich (AMI)

BUTTER
Die Auslieferungen an die Läger des Lebensmitteleinzelhandels sind auf ein normales Niveau zurückgegangen. Anscheinend muss erst Ware weiter abverkauft werden, bis Neue geordert werden kann. Es kann aber auch, mit Blick auf die anstehenden Kontraktverhandlungen, eine Zurückhaltung der Ordermengen sein. Mit der anstehenden Spargelsaison dürfte sich aber auch ein höherer Bedarf durch die Endkunden wieder bemerkbar machen. Eine Belebung der Nachfrage ist bei Blockbutter festzustellen. Nach dem starken Rückgang der Preise in den vergangenen Wochen scheint der Boden erreicht zu sein. Die Einkäufer fragen verstärkt nach langfristigen Kontrakten auf dem jetzigen Niveau nach. Die Verkäufer gehen aber darauf nicht ein. Auf dem internationalen Markt ist die Konkurrenz aus den USA im Auge zu behalten. (Quelle: Marktbericht der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse vom 21.04.2020)

SCHNITTKÄSE
Der Schnittkäsemarkt steht noch immer unter dem Einfluss der Coronakrise. Eine Normalisierung könnte sich langsam einstellen. Die Käseproduktion wurde allgemein zurückgefahren. Zum einen ist das wegen der fehlenden Nachfrage im Großhandelsbereich, die nicht durch die gestiegenen Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel aufgefangen worden sind. Zum anderen fehlt auch der Absatz in die südeuropäischen Länder, bei denen der Tourismus ganz weggebrochen ist. Der Industriebereich ordert auch verstärkt nach, da Fertigprodukte mehr Umsatz bekommen. Aus dem Exportbereich, vorwiegend Asien, kommen wieder höhere Anfragen an die Hersteller. Das Preisgefüge für Schnittkäse ist von Uneinheitlichkeit geprägt, der Druck nimmt zu. (Quelle: Marktbericht der Süddeutschen Butter- und Käse-Börse vom 21.04.2020)